
Entkeimungsmethoden: Ozon
Entstehung:
Wenn Sauerstoff, der in der Luft zu 20% enthalten ist, mit Energie angereichert wird (z.B. durch die elektrische Energie der Blitze oder durch die UV-Strahlung), nimmt das Sauerstoffmolekül diese Energie auf und wandelt sich dabei in energiereiches Ozon um. Dieses Ozon ist hoch reaktionsfähig, d.h. es reagiert mit fast allen Stoffen und gibt bei diesen Reaktionen die zugeführte Energie wieder ab. Findet das Ozonmolekül keine Reaktionspartner, zerfällt es nach einiger Zeit (30 Minuten bis 1 Stunde) wieder zu normalem Sauerstoff und gibt die Energie als Wärme ab.
Trifft das Ozonmolekül vor seinem natürlichen Zerfall auf Bakterien, Viren, Chemikalien, Lösungsmittel etc., so werden diese Partikel oxidiert – d.h. sie nehmen die Energie auf und werden dabei eliminiert.
Anwendung:
Ozon wird zur Desinfektion von Trinkwasser in der städtischen Wasserindustrie in Europa bereits seit über 100 Jahren benutzt. Hauptanwendungsgebiete in Deutschland finden wir im Bereich Schwimmbeckenwasser und Trinkwasser. Das Verfahren wird auch in der Abwasserreinigung eingesetzt.
Auch einige Industrieabwässer werden durch Ozonierung gereinigt. In diversen Branchen, insbesondere für Betriebe der chemischen sowie der film- und photoverarbeitenden Industrie, aber auch für Entsorger und Kommunen wurden diverse Verfahren zur Behandlung stark komplexierter, metallhaltiger, cyanidhaltiger Abwässer mittels Ozon entwickelt.
Keine Gefahr für die Umwelt:
Bei der Ozonierung kommt es durch die reaktive Wirkung von Ozon zu einer sehr schnellen Inaktivierung von Bakterien und Viren. Durch die Ozonierung kann der problematische Einsatz von Chlor bei der Wasserentkeimung teilweise erheblich reduziert werden.
Da Ozon aus reinem Sauerstoff gebildet wird und zu reinem Sauerstoff zerfällt, verschwindet es ohne Reststoffe, sobald es aufgebraucht ist. Wenn Ozon schädliche Bakterien oder Verschmutzungsstoffe inaktiviert oder oxidiert, gibt es im allgemeinen keine Nebenerscheinungen oder Nebenprodukte, im Gegensatz zu anderen Desinfektionsmitteln, wie z.B. Chlor.
Innovation:
Neue Entwicklungen betreffen die Kombination von Ozon mit UV-Bestrahlung. Die Größe der Anlagen variiert über einen großen Bereich von 10 m3 Wasser bis zu mehr als 30.000 m3 Wasser.
Die Vorteile der Anwendung von Ozon zur Wasseraufbereitung / Wasserentkeimung liegen vor allem unter wirtschaftlichen Aspekten darin, dass der kostspielige Einsatz von Chemikalien minimiert oder vermieden werden kann, dies entspricht exakt den heutigen Forderungen der Umweltschutzorganisationen an Politik und Wirtschaft.

